21. November 2013

Pressemitteilung Mosellum

Neuer Bewohner im „Mosellum“

Die Ausstellung der Unter-Wasser-Welt im „Mosellum-Erlebniswelt-Fischpass Koblenz“ ist um eine Attraktion reicher. In der Themenwelt „Ufer“ darf nunmehr ein präparierter europäischer Biber angefasst werden.

Das „Mosellum – Erlebniswelt Fischpass Koblenz“ steht Schulklassen aller Altersklassen als außerschulischer Lernort zur Verfügung. Dort kann das Moseltal mit seiner vielfältigen Flora und Fauna anschaulich anhand interaktiver Ausstellungsstücke erlebt werden. Der Lebensraum Mosel schließt die Nebengewässer und deren Auen mit ein. Ein wichtiger Bestandteil dieser Artengemeinschaft ist auch der europäische Biber, der im Eingangsbereich neben den übrigen seltenen Tier- und Pflanzenarten der Mosel angesprochen wird.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Ausstellung soll insbesondere jungen Besucherinnen und Besuchern des „Blauen Klassenzimmers“ die Ausstellung der Unter-Wasser-Welt anhand interaktiver Ausstellungsstücke anschaulich näher gebracht werden. Anhand des Präparates, das den Biber neben einem gefällten Weidenstumpf mit den charakteristischen Nagespuren zeigt, sollen die Besucher/innen interaktiv die Lebensgewohnheiten dieser nachtaktiven Tiere kennenlernen. Es ist den Besucher/innen ausdrücklich erlaubt, z. B. das sehr weiche Fell, den beschuppten Schwanz (Kelle) und die orange-gelben Schneidezähne anzufassen.

Der Biber, der gemäß Bundesnaturschutzverordnung eine vom Aussterben bedrohte und naturschutzrechtlich streng geschützte Tierart ist, soll auch in Rheinland-Pfalz wieder heimisch werden. Dazu hat das Land ein „Artenschutzprojekt Biber“ aufgelegt. Heute kommt der Biber bereits in verschiedenen Landesregionen, wie der Eifel, Hunsrück und Vorderpfalz (an der oberen Mosel, der Nahe, Schwarzbach und Blies sowie an den Nebengewässern des Rheins) wieder vor und leistet seine Dienste an Bächen und Flüssen als „Landschaftsplaner“, indem er die ursprünglich naturfern ausgebauten Gewässer durch den Bau von Dämmen und Stauungen wieder „renaturiert“.

Der Biber im Mosellum ist ein Totfund aus dem Bundesland Brandenburg und wurde dort vermutlich durch eine Schiffsschraube tödlich verletzt. Er wurde vom Land Brandenburg kostenfrei als Ausstellungsstück für das Mosellum zur Verfügung gestellt. Präparierung und Aufstellung erfolgten im Auftrag der SGD Nord, Regionalstelle Wasserwirtschaft Koblenz gemeinsam mit der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH, die das Land bei der Bewerbung und Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes des Mosellums unterstützt.

Weitergehende Informationen zum Biber als interaktives Ausstellungsobjekt im „Mosellum“:

Der europäische Biber war in Deutschland nahezu ausgerottet. Mit Beginn der Wiederansiedlungsmaßnahmen, z. B. in Bayern, Hessen und Saarland oder Belgien und Frankreich, in den 1970-1990er-Jahren erobert er wieder seine ursprünglichen Lebensräume in naturnahen Fluss- und Bachlandschaften. Rheinland-Pfalz hat auf eine aktive Wiederbesiedlung verzichtet und setzt auf eine natürliche Ausbreitung. Mittlerweile kommt der Biber in verschiedenen Landesregionen, wie der Eifel (Hocheifel, obere Mosel), Hunsrück (Nahe) und Vorderpfalz (Schwarzbach und Blies sowie an den Nebengewässern des Rheins) wieder vor. Dort ist er durch Auswanderungen aus dem Elsass und der südlichen Landesgrenze wieder vereinzelt anzutreffen.

Die Nebengewässer der Mosel, insbesondere die Eifelzuflüsse bieten dem Biber aufgrund der naturnahen Strukturen geeignete Lebensräume. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bibervorkommen in der oberen Eifel stetig wachsen.

Der Biber, der gemäß Bundesnaturschutzverordnung eine vom Aussterben bedrohte und naturschutzrechtlich streng geschützte Tierart ist, soll auch in Rheinland-Pfalz wieder heimisch werden. Dazu hat das Land ein „Artenschutzprojekt Biber“ aufgelegt. Seit ca. 1840 gilt der Biber - 2 - in Rheinland-Pfalz als ausgestorben. Erst seit 1976 unterliegt er nicht mehr dem Jagdrecht. Er darf entsprechend nicht mehr gejagt werden und die Zerstörung seiner Bauten wie Dämme und Biberburgen ist untersagt. Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zur Bejagung werden nur zum Zwecke der Forschung und der Lehre erteilt.

Biber leben in der Regel als Familien mit 2-3 Jungtieren zusammen in einem Revier. Mit etwa 3 Jahren wandern die Jungtiere aus dem elterlichen Revier ab und besiedeln so neue Bereiche. Die bis 1,3 m langen Tiere können ca. 15-17 Jahre alt werden und ein Gewicht von ca. 35 kg erreichen. Das größte europäische Nagetier ist mit seinem stromlinienförmigen Körper perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Als reiner Vegetarier ernährt sich der Biber im Sommer von krautigen Pflanzen und im Winter von der Rinde der Uferbäume. So trägt er u. a. dazu bei, dass sich die Ufergehölze erneuern.

Der Biber erobert ehemals besiedelte Gebiete wieder zurück. Die von uns Menschen in den letzten Jahrzehnten begradigten Bäche und Flüsse werden von ihm als Landschaftsplaner durch den Bau von Dämmen und Stauungen wieder „renaturiert“. Durch den Aufstau der Gewässer verändert er die Landschaft. Seine Hauptaktivität liegt in einem etwa 10 m breiten Streifen entlang der Bäche. Mit steigender Besiedlungsdichte ist zu erwarten, dass die Konflikte mit Landnutzern zunehmen werden. Konflikte können dort auftreten, wo die menschlichen Nutzungen der Gewässer sehr nahe an die Ufer heranreichen.

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Im Januar 2013

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