Juli 2018

Pressemitteilung Regierungspräsidium Darmstadt
Wiesbaden/Walluf

Pilotprojekt Walluf: Gewässernachbarschaften treffen sich – Ziel ist die Durchgängigkeit der Fließgewässer


Februar 2018

Mitteilung
Gewässeranlieger - Flyer nun auch auf englisch ...MitteilungFlyer englisch


Januar 2018

Pressemitteilung
Naturnahe Bäche und Flüsse in Ortslagen  -  neue Broschüre für die Gewässerunterhaltungspflichtigen und Interessierte

Pressemitteilung Broschuere Urbane Gewaesser


 Oktober 2017

Pressemitteilung
Gewässernachbarschaftsveranstaltung am 28.09.2017 der Gewässernachbarschaften Rheingau, östlicher Taunus, Vordertaunus in Hofheim

Mindestwasserführung und ökologisch verträgliche Wasserentnahmen an Fließgewässern

Im März 2017 wurde die „Regelung über den in einem Fließgewässer zu belassenden Mindestabfluss bei der Entnahme und Wiedereinleitung von Wasser“ per Erlass eingeführt.
In dicht besiedelten Gebieten besteht ein erheblicher Nutzungsdruck auf die Gewässer durch Wasserentnahmen. Für die Wasserbehörden ist die Sicherstellung einer ökologisch verträglichen Gewässerbewirtschaftung auch aufgrund der geltenden Gesetzeslage eine große Herausforderung.
Wie mit dieser Herausforderung umgegangen werden kann, wo sich Schwierigkeiten auftun und wie die gesetzlichen Vorgaben lauten, wurde auf dieser sehr gut besuchten Veranstaltung vorgestellt. Es gab hierzu Vorträge der Unteren Wasserbehörde MTK, des Ingenieurbüros Brandt, Gerdes, Sitzmann und der Oberen Wasserbehörde (RPAU Wiesbaden). Die Begrüßungsworte zu dieser Veranstaltung sprach die Kreisbeigeordnete Madlen Overdick.

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Die Vorträge und das Programm können unter diesem Link eingesehen werden:
GN Rheingau, GN Vordertaunus, GN Östlicher Taunus 2017


Mai 2017

Hochwasservorsorge am Gewässer

nach den Hochwasser- und Starkregenereignissen im Mai und Juni 2016 wurde viel darüber diskutiert, wodurch die hohen Schäden verursacht wurden und wie wir es für die Zukunft besser machen können. Ein wesentliches Thema war die Gewässerunterhaltung. Speziell dazu hat sich auch die Wasserwirtschafts-verwaltung Gedanken gemacht und die Ergebnisse in der vorliegenden Broschüre „Hochwasservorsorge am Gewässer“ dargestellt. Sie richtet sich nicht nur an die Fachleute in den Städten, Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden, sondern vor allem auch an die politisch Verantwortlichen und Entscheidungsträger in den Kommunen. (siehe auch: Hörfunkbeitrag Deutschlandfunk vom 15.8.2017)

HW Vorsorge in RLP


Februar 2017

Gewässer-Nachbarschaft Kinzig am 28.9.2016
(Auszug aus DWA-Jahrbuch 2017)

GN Kinzig

 


 Dezember 2016

 

 Eschentriebsterben - eine Gefahr an unseren Gewässern Ets1

 


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August 2016   

20 Jahre GFG mbH - Gewässer-Nachbarschaften in Hessen,

Rheinland-Pfalz und Saarland

 Am 19. Oktober 1995 fand die erste Gesellschafterversammlung der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH mit Sitz in Mainz statt. Hierzu trafen sich die Vertreter des Deutschen Verbandes für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK), der nach der Fusion mit der Abwassertechnischen Vereinigung in die DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) e.V. überging.

 Herr Dr.-Ing. Joachim Renner, Wuppertal, Präsident des DVWK und Herr Ministerialrat Otto Malek, Berlin, Vizepräsident des DVWK, verhandelten vor Dr. jur. Rudolf Kirstgen, Bonn, die Gesellschaftsgründung. Gleichzeitig wurde Dr. rer. nat. Thomas Paulus, Mainz, zum Geschäftsführer ernannt. Im folgenden Jahr kam Dipl. Geogr. Werner Herget hinzu und ab 2005 Frau Christa Hein.

 Ziel der in Gründung befindlichen gemeinnützigen Gesellschaft sollte die Durchführung und Koordinierung der Fortbildung zur ökologisch orientierten Gewässerpflege sowie Fortbildung im Bereich der Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung sein. Dazu hatten die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz im Vorfeld erklärt, der GFG mbH den Auftrag zu erteilen, sie mit der Konzeption, Organisation und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für die Bediensteten der kommunalen Unterhaltungspflichtigen zu beauftragen.

 Der DVWK stellte das notwenige Stammkapital von 50.000,-- DM zur Verfügung. Die Länder vereinbarten, die für den Betrieb der Gesellschaft notwendigen Mittel zu erbringen.

 Während der Aufbauphase im ersten Jahr mussten geeignete Büroräume gefunden, Büroausstattung und technische Geräte angeschafft werden. Es wurden erste Konzepte für Schulungsunterlagen zur ökologischen Gewässerpflege und Unterhaltung erarbeitet. In Folge konnten im Jahr 1996 erste Fortbildungsveranstaltungen und Erfahrungsaustausche stattfinden. Diese wurden in Zusammenarbeit mit Fachkollegen der behördlichen Wasserwirtschaft organisiert.

Busexkursion entlang der Isenach von der Quelle im Pfälzer Wald bis zur Mündung in den Rhein

Abb.1: Im Rahmen einer Busexkursion entlang der Isenach von der Quelle im Pfälzer Wald bis zur Mündung in den Rhein wurden verschiedene Renaturierungsmaßnahmen und Hochwasserschutzanlagen besichtigt. (Foto: Thomas Paulus)

 Das Konzept der Veranstaltungen war einfach: am Vormittag sollten theoretische Kenntnisse vermittelt werden, am Nachmittag standen Exkursion, Übungen, Demonstrationen, Baustellenbesichtigungen u. v. m. auf dem Programm. Insbesondere sollten die zuständigen Vertreter der Kommunen Gelegenheit bekommen sich mit den Kollegen der jeweiligen Nachbargemeinde auszutauschen. Erstmals wurde eine Betrachtung in der Praxis angewandt, die flussgebietsbezogen war. Einzugsgebiete wurden definiert und die angrenzenden Unterhaltungspflichtigen zu den entsprechenden Veranstaltungen eingeladen. Dies führte zu Beginn häufig zu Irritationen, da übergreifende Zuständigkeiten außerhalb von Landkreisen, Regierungspräsidien und ähnlich behördlichen Strukturen ungewohnt waren.

 In zwanzig Jahren hat das Team der GFG mbH zusammen mit einem Netzwerk von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern sowie der Unterstützung der Wasserwirtschaftsverwaltungen insgesamt 597 Gewässer-Nachbarschaftsveranstaltungen durchgeführt.

Elektrobefischungen zum Aufzeigen von Eingriffen in das Fliessgewässer Abb.2: Renaturierungen und Umgestaltungen von alten Wehranlagen beeinflussen direkt die regionale Fischfauna. Das kann anhand von Elektrobefischungen gezeigt werden. (Foto: Thomas Paulus)

Im Jahr 1996 wurde mit zwei Veranstaltungen gestartet. Seit dem Beitritt des Saarlandes im Jahr 2009 finden bis 2015 durchschnittlich ca. 35 Veranstaltungen pro Jahr statt. Die GFG organisiert in 19 rheinland-pfälzischen, 21 hessischen und 4 saarländischen Einzugsgebieten jährliche Fortbildungsveranstaltungen und Erfahrungsaustausche. Zielgruppe der kostenlosen Tagungen sind insbesondere das Fachpersonal der zuständigen unterhaltungspflichtigen Kreise, Städte und Gemeinden, Vertreter der Fach- und Aufsichtsbehörden, Wasser- und Bodenverbände, Naturschutzgruppen, Bachpaten und andere Interessierte. In den Nachbarschaften wird seit langem die Öffentlichkeitsbeteiligung, wie sie seit 2000 von der EG-WRRL gefordert wird, vorgelebt.

 

Der Eindruck vor Ort ist wichtig ...

Abb.3: Nur vor Ort kann man sich einen realistischen Eindruck von Umgestaltungsmaßnahmen an Gewässern machen. (Foto: Thomas Paulus)

 Insgesamt konnte die GFG mbH in 20 Jahren mehr als 20.000 Personen zu den verschieden Themen schulen. Die Themenvielfalt spiegelt sich u. a. auch in den umfangreichen Schulungsunterlagen wieder. Die GFG mbH erarbeitete diverse Broschüren, Faltblätter und Poster wie Neophyten – gebietsfremde Pflanzen an Fließgewässern, Ufergehölze und moderne Gehölzpflege, Sohlenerosion und Auenauflandung, ökologisch verträgliche Unterhaltung von Gräben, Gewässerunterhaltung in Schutzgebieten, Erlensterben, Randstreifen und Gewässerentwicklungskorridore an Fleißgewässern, strukturelle Verbesserung an Gewässern für Fische, Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit, Kreuzungsbauwerke an Gewässern und Informationen für Gewässeranlieger.

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Abb.4: Auch am Main und seinen Nebengewässern konnten beispielhafte Maßnahmen, wie die Aufweitung der Rodau-Mündung im Rahmen diverser GN-Veranstaltungen vorgestellt werden. Die Exkursion erfolgte mit dem Schiff. (Foto: Thomas Paulus)

 Außerdem wurden diverse Themen als Mustervorträge einwickelt wie z. B. Grundsätze und Methoden naturnaher Gewässerunter-haltung, modifizierte und genehmigungsfreie Unterhaltungsmaßnahmen, Durchführung einer Gewässerschau, Gewässerentwicklung in urbanen Gebieten, Bedeutung von Biber, Bisam und Nutria in der Gewässerunterhaltung, Gewässerunterhaltung und vorsorgender Hochwasserschutz, Unterhaltung von Fließgewässer im Flachland, aquatische Wirbellosenfauna unserer Fließgewässer – Indikatoren für ökologischen Zustand der Fließgewässertypen.

Der "natürliche Zustand" ist oftmals Ergebnis historischer Eingriffe in den Naturzustand

 

 

Abb.5 links: Die historische Entwicklung eines Klammtals im Ohmtal in Mittelhessenentpuppt sich bei genauer Analyseals ehemaliger Hohlweg. (Foto: Thomas Paulus) 

 

 Austausch unter den Teilnehmern

 

 Abb.6 rechts: Während der Exkursionen  besteht für die Teilnehmer/innen ausreichend Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Kollegen/innen. (Foto: Thomas Paulus)

Wichtig! - Der Eindruck vor Ort

 

 

Abb.7: Vielfach werden die am Vormittag vorgestellten und diskutierten Planungen am Nachmittag besucht. Im Bauzustand kann man sich einen guten Eindruck von umgesetzten Strukturverbesserungen machen. (Foto: Thomas Paulus)

 Thomas Paulus, Dezember 2015, WH


im April 2016     Presseerklärung

 GFG KopfFrauenlobplatz 2
55118 Mainz
fon 06131 – 613021
fax 06131 – 613135
Homepage: www.gfg-fortbildung.de
 
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Datum: Mainz, im April 2016

Neues Landeswassergesetz Rheinland-Pfalz
im handlichen Taschenfomat

Bei der Bewirtschaftung der natürlichen Wasserresourcen (Fließgewässer und Grundwasser) geht es heute hauptsächlich darum, Wasser für den Menschen als das wichtigste Lebensmittel zu sichern, ihn vor Hochwasser zu schützen sowie Gewässer und Wasser für den Natur-haushalt als Lebensraum für Tier und Pflanzen nachhaltig zu erhalten und zu entwickeln. Seit dem 1. März 2010 gilt das neue Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes, in dem im Rahmen der Föderalismusreform das Wasserrecht in Deutschland erstmals einheitlich geregelt wird. Den Ländern bleibt hierbei aber vielfach Spielraum für eigene Gestaltungen und Regelungen, insbesondere auch um regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

Text der GFG-BroschüreDas neue Landeswassergesetz (LWG) Rheinland-Pfalz ist inhaltlich und systematisch an das WHG angepasst, ergänzt aber auch da, wo landesspezifische Besonder-heiten eine Präzisierung erfordern. Dabei soll z. B. der Hochwasserschutz weiter verbessert werden. Aber auch der Schutz des Trinkwassers vor negativen Auswirkungen des Fracking sowie die Festlegung von Gewässerrandstreifen in Kooperation mit den Grund-stückseigentümern und Nutzern werden geregelt. Die Qualität und Sicherung des Wassers als hohes Gut genießt oberste Priorität. Die öffentliche Trinkwasser-versorgung wird grundsätzlich gegenüber anderen Nutzungen bevorzugt. Zusätzlich ist eine umfassende Bürgerbeteiligung – wie bei der Aufstellung der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie – vorgesehen.

Mit dem vorliegenden handlichen Sonderdruck des neuen Landeswassergesetz Rheinland-Pfalz, das seit dem 30. Juli 2015 in Kraft ist, möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben sich jederzeit und überall über neue gesetzliche Regelungen zu informieren. Wir hoffen damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Unterhaltungs-pflichtigen, der Wasser- und Naturschutzbehörden sowie der Forst- und Landwirtschafts-verwaltung bei ihren anspruchsvollen Aufgaben zu unterstützen.

Die 66-seitige, handliche Taschenbroschüre kann kostenlos bei den Herausgebern, dem DWA Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland oder bei der Gemeinnützigen Forbildungs-gesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH angefordert werden.

Siehe auch WHG vom August 2015


 

 


 

 

 

 

 

 

 

Dezember 2015

Gesetzgebung zu Uferrandstreifen

Gesetzgebung


November 2015

BROSCHUERE_WASSERWIRTSCHAFT_BIOLOGISCHE_VIELFALT

biol.Vielfalt Pressemitteilung


April 2015     Russisch     Türkisch

Gruenschnitt Pressemitteilung


22. Juni 2014

Herkulesstauden entlang der Wied werden von der Unteren Wasserbehörde bekämpft


Veröffentlicht am 24. Juli 2013 von Landkreis Neuwied

KREIS NEUWIED – Herkulesstauden entlang der Wied werden von der Unteren Wasserbehörde bekämpft – Hans Wittlich aus Waldbreitbach entwickelte Spezialwerkzeug - Einzelne gebietsfremde invasive Pflanzen verdrängen heimische Tier- und Pflanzenarten. Besonders entlang der Fließgewässer mit den angrenzenden Talauen finden die gebietsfremden Pflanzenarten gute bis sehr gute Standortbedingungen, so dass sie sich ausbreiten und die noch vorhandenen standorttypischen Bestände verdrängen. Über die Fluss- und Bachtäler erfolgt auch die weitere Ausbreitung bis in die Wälder hinein. Rainer Jodes von der Unteren Wasserbehörde erläutert: "Die Herkulesstaude ist eine von mehreren eingeschleppten Pflanzenarten, sie verdrängen die heimische Flora und können Bachtäler und ungenutzte Brachen vollends für sich einnehmen. Dabei stellt die Pflanze aus dem Kaukasus zusätzlich gesundheitlich eine Gefahr dar. Die Pflanzensäfte setzen bei Berührung die natürlichen Sonnenschutzfunktionen der Haut herab, so dass es zu Verbrennungen kommen kann. Die Kreisverwaltung warnt daher vor unachtsamen Umgang mit dieser Pflanze. Die Art ist nicht zu verkennen. SieHerkkralle4 wird bis zu vier Meter hoch, hat bis zu 10 cm dicke Stängel, riesige, eingeschnittene Blätter und mehrere Dolden mit einem Durchmesser bis zu 50 cm." Da die Pflanze an bestimmten Standorten eine Gefahr für Personen darstellt, sieht sich die Kreisverwaltung in der Pflicht, entlang den Gewässern für die die Untere Wasserbehörde gewässerunterhaltspflichtig ist, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Bekämpfung von Einzelpflanzen und meist noch kleineren Beständen erfolgt mittels mechanischer Methoden oder dem Einsatz von Herbiziden. Insbesondere durch den gezielten Einsatz von synthetischen Spritzmitteln in Kombination mit dem Abschlagen der Blüten konnte die Herkulesstaude bereits dezimiert werden.

Allerdings hat das große Hochwasser im Januar 2011 Samen der Herkulesstaude auf den Auenflächen an der Wied weitflächig verteilt, wo jetzt zahlreiche Jungpflanzen keimen.

Da passt es, dass vor einigen Wochen Hans Wittlich aus Waldbreitbach dHerkkralle1er Kreisverwaltung ein selbst entwickeltes Gerät vorgestellt hat, mit dem die Wurzelrüben gerade dieser Jungpflanzen einfach und schnell ausgestochen werden können. Bei dem Gerät handelt es sich um die Weiterentwicklung und speziell auf die Entfernung von Neophyten Jungpflanzen konzipierten Gartenkralle. In einem von der Kreisverwaltung finanzierten Versuchsprojekt konnte Wittlich die Jungpflanzen auf der gesamten Wiedstrecke in der Verbandsgemeinde Waldbreitbach beseitigen. Parallel werden zurzeit die bekannten "Altbestände" an der Wied bekämpft, um den Nachschub der Samen zu reduzieren, zum Beispiel an der Kläranlage in Oberhoppen oder bei Nodhausen.

Nach dem erfoHerkkralle3lgreichen Pilotversuch sollen ab dem kommenden Jahr die Arbeiten auf den Holzbach ausgeweitet werden; außerdem will die Kreisverwaltung Gespräche mit den oberliegenden Kreisen und den Verbandsgemeinden über eine Beteiligung an der systematischen Bekämpfung der Staude führen. Dann soll auch beim Land ein Antrag auf Förderung aus Mitteln der "Aktion Blau" gestellt werden. "Wir haben aber auch nach Wegen gesucht, wie möglichst effektiv gegen diese für die Bevölkerung gefährliche Neophytenart vorgegangen werden kann", so Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent: "Ich konnte mich vor Ort überzeugen, dass Herr Wittlich eine Lösung mit seinem Gerät aufgezeigt hat, damit den Pflanzen Einhalt geboten werden kann. In einigen Bereichen entlang der Wied hat Herr Wittlich mit Hilfe seines Gerätes schon ganze Arbeit geleistet, wir werden auch nächstes Jahr in diesem Bereich die Bekämpfung der Herkulesstaude nachhalten."

Für die Neophytenbekämpfung ist grundsätzlich das Land zuständig. Spezialgesetzlich gibt es daneben verschiedene andere Behörden auf verschiedenen Zuständigkeitsebenen, die gesetzlich gefordert sind, Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung gebietsfremder invasiver Pflanzen durchzuführen, wie Forstverwaltung, die Kommunen und die Straßenbauverwaltung. "Im Rahmen der gesetzlichen Gewässerunterhaltungspflicht wird die Untere Wasserbehörde tätig, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Naturschutzverbände wie der ANUAL e.V. im Asbacher Land oder die NABU-OrtsgruppHerkkralle2en wertvolle Hilfe bei der Neophytenbekämpfung leisten. Nur durch dieses ehrenamtliche Engagement kann es gelingen, dass die Bekämpfung der Herkulesstaude Erfolg versprechend ist und eine weitere Ausbreitung über die Fluss-gebietsauen verhindert wird", erläutert Ina Heidelbach, Leiterin des Umweltreferates. "Wir werden drei Geräte zur Herkulesstaudenbekämpfung von Herrn Wittlich erwerben und diese den Umweltverbänden für Ihre Bekämpfungsaktionen leihweise zur Verfügung stellen, so möchten wir seitens des Kreises die Anstrengungen im Kampf gegen die Neophyten unterstützen als kleiner Dank für dieses anerkennenswerte Engagement," dankt Achim Hallerbach den einzelnen Akteuren im Landkreis.
Ansprechpartner für das Ausleihen der Geräte: Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung Neuwied ist Rainer Jodes, Telefon 02631/803-381, Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

21. November 2013

Pressemitteilung Mosellum

Neuer Bewohner im „Mosellum“

Die Ausstellung der Unter-Wasser-Welt im „Mosellum-Erlebniswelt-Fischpass Koblenz“ ist um eine Attraktion reicher. In der Themenwelt „Ufer“ darf nunmehr ein präparierter europäischer Biber angefasst werden.

Das „Mosellum – Erlebniswelt Fischpass Koblenz“ steht Schulklassen aller Altersklassen als außerschulischer Lernort zur Verfügung. Dort kann das Moseltal mit seiner vielfältigen Flora und Fauna anschaulich anhand interaktiver Ausstellungsstücke erlebt werden. Der Lebensraum Mosel schließt die Nebengewässer und deren Auen mit ein. Ein wichtiger Bestandteil dieser Artengemeinschaft ist auch der europäische Biber, der im Eingangsbereich neben den übrigen seltenen Tier- und Pflanzenarten der Mosel angesprochen wird.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Ausstellung soll insbesondere jungen Besucherinnen und Besuchern des „Blauen Klassenzimmers“ die Ausstellung der Unter-Wasser-Welt anhand interaktiver Ausstellungsstücke anschaulich näher gebracht werden. Anhand des Präparates, das den Biber neben einem gefällten Weidenstumpf mit den charakteristischen Nagespuren zeigt, sollen die Besucher/innen interaktiv die Lebensgewohnheiten dieser nachtaktiven Tiere kennenlernen. Es ist den Besucher/innen ausdrücklich erlaubt, z. B. das sehr weiche Fell, den beschuppten Schwanz (Kelle) und die orange-gelben Schneidezähne anzufassen.

Der Biber, der gemäß Bundesnaturschutzverordnung eine vom Aussterben bedrohte und naturschutzrechtlich streng geschützte Tierart ist, soll auch in Rheinland-Pfalz wieder heimisch werden. Dazu hat das Land ein „Artenschutzprojekt Biber“ aufgelegt. Heute kommt der Biber bereits in verschiedenen Landesregionen, wie der Eifel, Hunsrück und Vorderpfalz (an der oberen Mosel, der Nahe, Schwarzbach und Blies sowie an den Nebengewässern des Rheins) wieder vor und leistet seine Dienste an Bächen und Flüssen als „Landschaftsplaner“, indem er die ursprünglich naturfern ausgebauten Gewässer durch den Bau von Dämmen und Stauungen wieder „renaturiert“.

Der Biber im Mosellum ist ein Totfund aus dem Bundesland Brandenburg und wurde dort vermutlich durch eine Schiffsschraube tödlich verletzt. Er wurde vom Land Brandenburg kostenfrei als Ausstellungsstück für das Mosellum zur Verfügung gestellt. Präparierung und Aufstellung erfolgten im Auftrag der SGD Nord, Regionalstelle Wasserwirtschaft Koblenz gemeinsam mit der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH, die das Land bei der Bewerbung und Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes des Mosellums unterstützt.

Weitergehende Informationen zum Biber als interaktives Ausstellungsobjekt im „Mosellum“:

Der europäische Biber war in Deutschland nahezu ausgerottet. Mit Beginn der Wiederansiedlungsmaßnahmen, z. B. in Bayern, Hessen und Saarland oder Belgien und Frankreich, in den 1970-1990er-Jahren erobert er wieder seine ursprünglichen Lebensräume in naturnahen Fluss- und Bachlandschaften. Rheinland-Pfalz hat auf eine aktive Wiederbesiedlung verzichtet und setzt auf eine natürliche Ausbreitung. Mittlerweile kommt der Biber in verschiedenen Landesregionen, wie der Eifel (Hocheifel, obere Mosel), Hunsrück (Nahe) und Vorderpfalz (Schwarzbach und Blies sowie an den Nebengewässern des Rheins) wieder vor. Dort ist er durch Auswanderungen aus dem Elsass und der südlichen Landesgrenze wieder vereinzelt anzutreffen.

Die Nebengewässer der Mosel, insbesondere die Eifelzuflüsse bieten dem Biber aufgrund der naturnahen Strukturen geeignete Lebensräume. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bibervorkommen in der oberen Eifel stetig wachsen.

Der Biber, der gemäß Bundesnaturschutzverordnung eine vom Aussterben bedrohte und naturschutzrechtlich streng geschützte Tierart ist, soll auch in Rheinland-Pfalz wieder heimisch werden. Dazu hat das Land ein „Artenschutzprojekt Biber“ aufgelegt. Seit ca. 1840 gilt der Biber - 2 - in Rheinland-Pfalz als ausgestorben. Erst seit 1976 unterliegt er nicht mehr dem Jagdrecht. Er darf entsprechend nicht mehr gejagt werden und die Zerstörung seiner Bauten wie Dämme und Biberburgen ist untersagt. Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zur Bejagung werden nur zum Zwecke der Forschung und der Lehre erteilt.

Biber leben in der Regel als Familien mit 2-3 Jungtieren zusammen in einem Revier. Mit etwa 3 Jahren wandern die Jungtiere aus dem elterlichen Revier ab und besiedeln so neue Bereiche. Die bis 1,3 m langen Tiere können ca. 15-17 Jahre alt werden und ein Gewicht von ca. 35 kg erreichen. Das größte europäische Nagetier ist mit seinem stromlinienförmigen Körper perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Als reiner Vegetarier ernährt sich der Biber im Sommer von krautigen Pflanzen und im Winter von der Rinde der Uferbäume. So trägt er u. a. dazu bei, dass sich die Ufergehölze erneuern.

Der Biber erobert ehemals besiedelte Gebiete wieder zurück. Die von uns Menschen in den letzten Jahrzehnten begradigten Bäche und Flüsse werden von ihm als Landschaftsplaner durch den Bau von Dämmen und Stauungen wieder „renaturiert“. Durch den Aufstau der Gewässer verändert er die Landschaft. Seine Hauptaktivität liegt in einem etwa 10 m breiten Streifen entlang der Bäche. Mit steigender Besiedlungsdichte ist zu erwarten, dass die Konflikte mit Landnutzern zunehmen werden. Konflikte können dort auftreten, wo die menschlichen Nutzungen der Gewässer sehr nahe an die Ufer heranreichen.

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Im Januar 2013

Pressemitteilung KreuzungsbauwerkePressemitteilung-BroschueremitTitelbild07012012_w


 


 Im Oktober 2012

Ergebnis des DWA-Workshops „Neobiota in der Wasserwirtschaft“ am 6.09.2012 in Essen

1. Die Anzahl von Neobiota-Arten – Neozoen und Neophyten – wird weiter zunehmen.

2. Die Beseitigung natürlicher geographischer Schranken zwischen Gewässern und Einzugsgebieten, z.B. durch den Bau des Main-Donau-Kanals, hat einen erheblichen Einfluss auf die Verbreitung von Neobiota-Arten.
 
3. Die Einwanderung kann durch Maßnahmen nicht gestoppt, jedoch in ihrer Geschwindigkeit beeinflusst (verlangsamt) werden. Durch Berücksichtigung des methodischen Ansatzes des Naturschutzes im Umgang mit Neobiota (Information der Öffentlichkeit, Beobachtung, Management) lassen sich Erfolge erzielen. Die Prävention (z. B. Schwarze Listen) ist dabei eine kostengünstige und effiziente Maßnahme.
 
4. Es besteht erheblicher Forschungsbedarf zum Themenfeld aquatische Neobiota. Dieser betrifft Begriffsdefinitionen, die Autökologie neobiotischer Arten, Ursache-Wirkungszusammenhänge (z. B. zur Durchgängigkeit), Bewertungsverfahren, Aussagen zur Dauer von Prozessen bis zur Entwicklung stabiler aquatischer Ökosysteme ehemals gestörter Gewässer, Best practice-Strategien im Umgang mit Neobiota.
 
5. Es gibt keine eindeutigen Erklärungen, warum Neobiota-Arten an einem Standort vorkommen. Massenvorkommen von Neobiota-Arten können jedoch ein Hinweis auf gestörte Lebensräume sein.
 
6. Die WRRL hat den Aspekt „Neobiota in der Bewertung von Oberflächengewässern“ nicht speziell thematisiert. EU-weit ist ein Konsens herzustellen, wie Neobiota in den Bewer-tungsverfahren Berücksichtigung finden sollen. Dabei sind auch die Vorgaben der Meeresstrategie-Richtlinie sowie der FFH-Richtlinie zu berücksichtigen. Die Ausgestaltung der Bewertungsverfahren ist eine hoheitliche Aufgabe der einzelnen Staaten und kein Gegenstand der Normung.
 
7. Der Vorschlag, Neobiota-dominierte Gewässer in der kartographischen Darstellung von Gewässerqualitätszuständen auszuweisen, ist zu prüfen.
 
8. Welche konkreten Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung und Etablierung aquati-scher Neobiota in einem spezifischen Gewässer ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind, kann nicht pauschal beantwortet werden. Hierbei können neben Aspekten des Natur- und Gewässerschutzes auch der Gesundheitsschutz und volkswirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Eine stärkere Vernetzung mit anderen Politikbereichen ist daher erforderlich.
 
9. Ein sinnvoller Weg zur Begrenzung der Ausbreitung und Etablierung aquatischer Neobiota sind sogenannte „no-regret“-Maßnahmen. Diese umfassen alle Maßnahmen zur Schaffung naturnaher, Gewässertyp-spezifischer Lebensräume mit dem Ziel der Stärkung der heimischen, typspezifischen Tier- und Pflanzenarten. Dies gilt in hydromorphologischer, chemisch-physikalischer und hydraulischer Sicht. Hierzu gehören im Besonderen die Wiederherstellung und Förderung naturnaher Habitate an Sohle und Ufer, die Durchgängigkeit (Ausnahmen hier im Einzelfall möglich, z. B. zum Schutz seltener heimischer Arten wie Edelkrebs oder Flussperlmuschel), das Temperaturregime und der Nährstoffgehalt.
 
10. Bei der Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen ist der Zeitfaktor zu berücksichtigen. Nach Jahrhunderten der ökologischen Degradation wird Geduld erforderlich sein, bis naturnahe Gewässerökosysteme wieder ein stabiles Gleichgewicht entwickelt haben.
 

Im Juli 2012

Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes zur EU-WRRL der Stadt Zweibrücken

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Im Juli 2012

Fischwechselanlage in Koblenz
(Auszug aus: KW gewässer-info Nr. 54 - Mai 2012 - Seite 591-593)

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Im Juli 2012

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Im Januar 2011

15 Jahre GFG mbH im Einsatz für naturnahe Bäche und Flüsse

Am 17. Oktober 1995 wurde die GFG vom ehemaligen Deutschen Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau e. V. (DVWK) in Bonn gegründet. Der Präsident der DVWK, Dr.-Ing. Joachim Renner, Wuppertal, beschrieb damals die Aufgaben der GFG mit den Worten, sie soll ein Bindeglied zwischen unterhaltungspflichtigen Kommunen und den Behörden sein und die praxisnahen Methoden einer modernen naturnahen Gewässerunterhaltung vermitteln. Seitdem blickt die GFG auf 15 turbulente aber auch erfolgreiche Jahre zurück, in denen in den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz und seit 2009 auch im Saarland in über 30 Gewässer-Nachbarschaftsveranstaltungen pro Jahr insgesamt mehr als 13.000 Personen geschult wurden.

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Foto 1: An Gehölzpflegemaßnahmen, hier bei einer Veranstaltung der GN Alsenz, kann gezeigt werden, wie eine Einzelstammentnahme kostengünstig als Strömungswender in das Bachbett eingebracht werden kann (Foto: Thomas Paulus).        Foto 2: Die Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit wurde bei einer GN-Veranstaltung im Rhein-Lahn-Gebiet durch den Umbau einer Absturzes in ein raue Rampe im Rahmen der Unterhaltung demonstriert (Foto: Thomas Paulus).

Die Themenpalette bei den Veranstaltungen ist vielfältig und immer praxisnah. Eine moderne Gehölzpflege, der Umgang mit gebietsfremden Pflanzen- und Tierarten, das Erlensterben an Fließgewässern, eine vom Menschen verursachte Tiefenerosion oder der Einsatz von Totholz zeugen von großer Aktualität und Vielfältigkeit der Themen. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der GFG konnte die mittlerweile achte Broschüre herausgegeben werden, die sich mit der Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit von Gewässern im Rahmen der Unterhaltung auseinandersetzt und so den Kommunen wichtige Hilfen für die anspruchsvollen Aufgaben zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben durch das WHG und EU-WRRL an die Hand gibt.

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Foto 3: Mehr als 30 Mitglieder des Beirates und Freunde der GFG folgten der Einladung zum 15-jährigen Jubiläum der GFG mbH in den Geschäftsräumen in Mainz
(Foto: Thomas Paulus).


    
Foto 4: Thomas Paulus dankt den Betreuerinnen und Betreuern sowie vor allem den Vertretern der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland und dem DWA Landesverband für das in die GFG gesetzte Vertrauen und die langjährige Unterstützung (Foto: Vera Heckeroth).

Das Jubiläum wurde in den Räumen der GFG am 16. Dezember 2010 mit dem Beirat, der die Arbeit der GFG seit 15 Jahren in 33 Beiratssitzungen begeleitet hat, gefeiert. Herr Dr. Thomas Paulus stellte heraus, dass er die Hauptaufgabe der GFG und der Gewässer-Nachbarschaften darin sehe, Menschen zusammen zu bringen und unterschiedliche Interessen und Auffassungen im Umgang mit unseren Bächen und Flüssen zu bündeln und so zu einem besseren Verständnis beizutragen. Dies gelinge nur durch das ehrenamtliche Engagement von mehr als 70 Betreuerinnen und Betreuern der 44 Gewässer-Nachbarschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die vor Ort den Nachbarschaftsgedanken vorleben. Er dankte vor allem den Ländern für das Vertrauen in die Arbeit der GFG. Der DWA Landesverband dankte durch Herrn Sven Lüthje der GFG und deren Mitarbeitern für die angenehme Arbeitsatmosphäre in der Bürogemeinschaft und sprach den Ländern aus dem Herzen, indem er der GFG weitere 15 Jahren im Einsatz für naturnahe Gewässer wünschte.

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Foto 5: Die Beiratsmitglieder und Vertreter
der Länder feiern die gemeinsamen
Erfolge und freuen sich auf weiter 15 spannende Jahre mit der GFG (Foto: Vera Heckeroth).

   

Foto 6: In entspannter Atmosphäre tauschte man sich über zurückliegende und zukünftige Projekte und Vorhaben aus (Foto: Vera Heckeroth).



Thomas Paulus


 


 

 

 

 

 

 

 

Im Dezember 2010 pressemitt_ld


 12. August 2010

Umbau von Sohlenschwellen am Laubusbach (Lahngebiet) als effiziente Unterhaltungsmaßnahme (Datei)

 
Die Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit für alle wassergebundenen Lebewesen ist in der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eine zentrale Forderung des Wasserhaushaltsgetzes (WHG) in der Fassung vom 31. März 2010 und stellt damit die unterhaltungspflichtigen Kommunen und Unterhaltungsverbände vor eine große Herausforderung: organisatorisch, fachlich und nicht zuletzt finanziell. Im Rahmen einer Fachveranstaltung der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH Mainz in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Gießen und dem Landkreis Limburg-Weilburg im April 2010 in Villmar an der Lahn, LK Limburg-Weilburg wurde das Fachpersonal der zuständigen unterhaltungspflichtigen Kreise, Städte und Gemeinden sowie Vertreter der Fachbehörden, Mitarbeiter der Bauhöfe und Naturschutzaktivisten über die Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit im Rahmen der Gewässerunterhaltung informiert. Die Veranstaltung hat insbesondere praktische Hinweise zur Umsetzung von Maßnahmen in den Vordergrund gerückt.
 
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Foto 1: Bei entsprechender Ausgestaltung ist die
lineare
Durchgängigkeit nicht behindert. Idealerweise  ist, wie bei dieser alten Brücke die Sohle naturnah ausgestaltet und erfüllt als Lückensystem wichtige ökologische Funktionen.
(Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
Am Vormittag stellen verschiedene Referenten das Maßnahmenprogramm gemäß EU-WRRL im Landkreis Limburg-Weilburg vor. Die Teilnehmer der Veranstaltung diskutierten die bis zum Jahr 2015 umzusetzenden Maßnahmen. Die ökologischen, morphologischen und hydraulischen Bedingungen zur Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit der verschiedenartigsten Querbauwerke wurden dargestellt. Außerdem wurde anhand von bereits umgesetzten Beispielen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Baden-Württemberg die Möglichkeiten der Umgestaltung von Abstürzen, Wehren und Verrohrungen im Rahmen der Unterhaltung verdeutlicht. Die verschiedenen Typen der Querbauwerke wurden hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Ökosystem betrachtet und kostengünstige Möglichkeiten der Umgestaltung vorgestellt. Auch die Notwendigkeit der ungehinderten Wanderung für Fließgewässerorganismen insbesondere in kleineren Gewässersystemen wurde aus ökologischer Sicht betrachtet.
 
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Foto 2: Die Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit zur

Wanderung von Fischen und Kleinlebewesen in naturnahen
Fließgewässern ist eine zentrale Forderung der
EU-Wasserrahmenrichtlinie. (Foto: Berthold Müller)
 
 
In den hessischen Fließgewässern stellt die oft fehlende lineare Durchgängigkeit zusammen mit den morphologischen Veränderungen einen Belastungsschwerpunkt dar. Viele dieser Defizite, die in den im Dezember 2009 an die Europäische Union übermittelten Bewirtschaftungsplänen dargestellt sind, können im Rahmen einer zielgerichteten ökologischen Gewässerunterhaltung ohne wasserrechtliche Zulassung umgesetzt werden. Das Land Hessen fördert insbesondere Maßnahmen, die im Maßnahmenprogramm 2009-2015 zur Erreichung der Ziele der EU-WRRL vorgeschlagen werden, mit bis zu 85% der anrechnungsfähigen Kosten. Dies ist mit einem Erlass des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (AZ III 4 – 79g 16.07 – 2010) den hessischen Kommunen als Unterhaltungslastträger sowie den unteren Wasserbehörden und der Wirtschafts- und Investitionsbank Hessen, die die Förderanträge bearbeitet, am 7. April 2010 mitgeteilt worden. Insofern sind Maßnahmen, welche die lineare Durchgängigkeit und/oder morphologischen Strukturen verbessern im Sinne der Förderrichtlinie förderfähig. Grundsätzlich sind bei geplanten Maßnahmen frühzeitig die jeweils zuständige Wasserbehörde und andere Betroffene zu informieren und einzubinden. Ob eine Maßnahme förderfähig ist und ob eine wasserrechtliche Zulassung notwenig wird, ist im Einzelfall zu entscheiden.
 
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Foto 3: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des
Gewässer-Nachbarschaftstages Westerwald-Lahn
und Taunus-Lahn diskutieren vor Ort, wie der für
Kleinfische und Bachlebewesen nicht
überwindbare Wehr bzw. Absturz durchgängig
gestaltet werden kann. (Foto: Thomas Paulus)
 
 
Im Gebiet des Landkreises Limburg-Weilburg wurden gemäß Strukturgüteinformationssystem (Datenbank Wanderhindernisse) des Landes Hessen an den Gewässern insgesamt mehr als 700 Querbauwerke registriert. Davon sind ca. ¾ nicht oder nur bedingt für Gewässerorganismen passierbar und müssen entsprechend dem Maßnahmenprogramm bis spätestens 2027 umgestaltet werden. Der Kreis als Untere Wasserbehörde hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt bis zum Jahr 2015 ca. 250 dieser nicht passierbaren Querbauwerke umzugestalten. Um diese Ziel erreichen zu können, müssen die unterhaltungspflichtigen Kommunen auch im Rahmen der Unterhaltung mit den fachlich ausgebildeten Bauhöfen einen Teil der vorhanden Abstürze umbauen oder beseitigen.
Im Rahmen der Veranstaltung konnten in Abstimmung mit dem Bauhof der Gemein-de Villmar mehrere Wehre und Abstürze am Laubusbach in der Gemarkung der Gemeinde Brechen, Kreis Limburg-Weilburg, entfernt werden. Die Teilnehmer trafen sich am Nachmittag am Laubusbach und diskutierten intensiv, welche Betonschwellen entnommen werden sollten und was mit dem Material zu geschehen habe. Die Untere Wasserbehörde und die Gemeinde Villmar hatten im Vorfeld einen erfahre-nen Baggerfahrer sowie einen LKW für den eventuellen Abtransport des Materials an das Querbauwerk beordert. Die Funktion der Schwelle wurde in der Stabilisierung der Sohle und der Verhinderung einer ungewollten Tiefenerosion gesehen, die jedoch unter heutigen Gesichtspunkten nicht den wasserwirtschaftlichen Ansprüchen entspricht.
 
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Foto 4: Die erste Betonschwelle wird unter
genauer Beobachtung der interessierten
Teilnehmer entnommen und am Ufer zertrümmert.
(Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
 
Nach intensiven und z. T. kontroversen Diskussionen der GN-Teilnehmer entfernte der Baggerfahrer die Betonschwellen aus dem Bachbett, zertrümmerte die Bruchstücke und baute diese im Stile eine rauen Rampe wieder in das Bachbett ein. Das komplette Entfernen des Wehres wurde verworfen, da man die Sohlenerosion nicht fördern wollte. Einige Teilnehmer sprachen sich für den Abtransport der Betonteile aus, andere plädierten für den Einbau der Betonteile, sofern keine Metallmaterialien darin enthalten seien. Man einigte sich jedoch auch aus Gründen der Praktikabilität und Kosteneffizienz, das Material wieder als Baumaterial in die Sohle einzubringen. Metallarmierungen wurden keine gefunden. Die beiden zuvor ca. 40 cm hohen und 3 m breiten Abstürze waren für Kleinlebewesen und Kleinfische bei Mittel- und Nierigwasser nicht passierbar. Nach dem Umbau stellte sich die flach geneigte Rampe mit einem vielfältigen Stömungsmuster dar Im Vorfeld fand eine Abstimmung mit den Anliegern und den Naturschutzverbänden statt. Im direkten Umfeld der Maßnahme verliefen keine Leitungstrassen, die angrenzenden Flächen befinden sich im Besitz der Gemeinde. Der Landwirt, der die nahen Flächen als Weide nutzt, war in die Maßnahme eingebunden und vor Ort.

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Foto 5: Die skeptischen Blicke der Teilnehmer
verraten, dass man dem Baggerführer nicht
zutraute, die groben Betonschwellen in
handhabbare Stücke zu verkleinern.
(Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
Diese einfache und unbürokratisch durchgeführte Unterhaltungsmaßnahme soll zur Nachahmung anregen. Die Umsetzung solcher Maßnahmen trägt zur Zielerreichung der EU-WRRL bei, ist kostengünstig und unterstützt die naturnahe Gewässerentwicklung nachhaltig. Zweifelsohne muss die in den nächsten Jahren die Baumaßnahme begleitet werden und bei Fehlentwicklungen frühzeitig gegengesteuert werden. Insbesondere gilt es durch den Einbau von Totholzstrukturen und Geschiebezugabe die unterhalb des ehemaligen Wanderhindernisses entstandene Tendenz zur Tiefenerosion entgegen zu wirken. Ansonsten könnte infolge von rückschreitender Erosion auch diese Bauweise gefährdet sein und sich eine Erosionsstufe einstellen.Die unterhaltungspflichtige Kommune muss in Sinne einer nachhaltigen Gewässerentwicklung die zweifelsohne ungewöhnliche, kostengünstige und innovative Maßnahme regelmäßig im Rahmen der turnusmäßigen Gewässerunterhaltung überwachen.
 
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Foto 6: Die zertrümmerten Teile werden versetzt
in die Sohle des Bachbettes gedrückt. Dadurch
entsteht ein Mosaik von schnell und langsam
fließenden Bereichen. (Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
 
 
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Foto 7: Werner Gleim, ehemals Mitarbeiter des
Regierungspräsidium Gießen und Betreuer der
benachbarten Gewässer-Nachbarschaft Mittlere
Lahn zeigt dem Baggerfahrer, wo und wie die
Betonbruchstücke eingesetzt werden sollten.
(Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
 
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Foto 8: Die raue Rampe ist nach dem ca.
20-minütigen Umbau für alle
Gewässerorganismen in beide Richtungen
passierbar und erfüllt damit die Forderungen
der EU-WRRL. (Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
 
 
 
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Foto 9: Durch das Entfernen des
Querbauwerkes kann sich der Laubusbach
wieder naturnah entwickeln und bietet der
heimischen Flora und Fauna neuen und
zusätzlichen Lebensraum.
(Foto: Thomas Paulus)
 
 
 
Die GFG mbH veröffentlicht Ende 2010 anlässlich ihres 15-jährigen Bestehen eine Broschüre mit dem Titel „Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit von Fließgewässern im Rahmen der Gewässerunterhaltung – Empfehlungen für die unterhaltungspflichtigen Gemeinden und Städte“. Darin werden beispielhaft Projekte aus den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Thüringen zeigen, dass die Durchgängigkeit von Fließgewässer durch kostengünstige und effiziente Unterhaltungsmaßnahmen von Kommunen bewerkstelligt werden kann.


Thomas Paulus, GFG mbH Mainz,
Berthold Müller und Frank Zell, Untere Wasserbehörde, Landkreis Limburg-Weilburg
Herbert Diehl, Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz
Werner Gleim, Gemünden


15. Dezember 2009

Freie Fahrt für Fische -
Lachse können im Saynbach wieder zu ihren Laichgründen schwimmen (
Datei)

Mit der Umgestaltung des sogenannten „Wasserfalls“ in Isenburg, dem letzten Querbauwerk, das den Wanderfischen wie Lachs und Meerforelle den Weg vom Rhein zu ihren Laichplätzen im Oberlauf versperrte, wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die potenzielle Fischfauna im Saynbach wieder ungehindert in beide Richtungen ausbreiten kann. Der als Lachsschwerpunktgewässer eingestufte Saynbach ist damit das erste Fließgewässersystem sowohl in Rheinland-Pfalz als auch bundesweit, welches auf natürlichem Wege vom Rhein aus wieder komplett bis in den Oberlauf und den Nebengewässern vom Lachs besiedelt werden kann.
 
Die Umsetzung des Projektes stellte eine besondere Herausforderung an alle Beteiligten dar. Einerseits war der ehemals ca. 3 m hohe Absturz ein unüberwindbares Hindernis für die Fische und damit Endpunkt bei ihrer Wanderung zu den Laichplätzen. Andererseits genoss der durch Laufverlegung des Saynbachs im 19. Jahrhundert künstlich entstandene Gefällesprung als sogenannter „Wasserfall“ einen besonderen Stellenwert in der Bevölkerung. Die genehmigte Planung sah daher eine Umgestaltung vor, die beiden Ansprüchen so weit wie möglich gerecht werden sollte. Im oberen Abschnitt wurde die Durchgängigkeit in Form eines Katarakts (kleine Stromschnellen, wie sie auch im weiteren Verlauf des Saynbachs natürlich vorkommen) wieder hergestellt. Die vorhandene Felsbank auf der linken Seite konnte zum Teil erhalten werden. Im unteren Abschnitt sichert eine flach geneigte Rampe aus Basaltsteinen in Form einer lang ausgezogenen Sohlengleite mit einer Längsneigung von 1 : 20 die Durchwanderbarkeit. Dazwischen wurde im Bereich des ehemaligen Tiefwassers ein „Kolksee“ angelegt. Von der Funktionsfähigkeit des ca. 75 m langen, naturnah gestalteten Bauwerkes konnte sich die Fachöffentlichkeit aus dem Einzugsgebiet von Wied und Saynbach anlässlich eines Gewässer-Nachbarschaftstages in Isenburg überzeugen.
 
Als planendes Büro hat das Ing.-Büro Dr. Rolf-Jürgen Gebler die Planung und die Entscheidungskriterien für die Wahl spezieller Bauausführungen an die Bedingungen vor Ort vorgestellt. Die Baumaßnahmen wurden Mitte Oktober 2008 abgeschlossen, so dass zu erwarten war, dass die im Herbst aufwandernden Lachse ihre Laichgründe erreichen können.
 
Im Rahmen einer Erfolgskontrolle wurde vor etwa 40 Fachleuten aus der Wasserwirtschaft die Funktionsfähigkeit der Sohlengleite als gewässerökologisch durchgängiges Bauwerk überprüft. Mittels Elektrobefischung wurden innerhalb der gesamten Rampe insgesamt 20 Fische aus vier Arten nachgewiesen. Davon hielten sich 14 Bachforellen von 10 – 28 cm, drei Mühlkoppen von 7 – 10 cm, zwei Junglachse aus Naturvermehrung mit 10 cm, sowie ein Milchner der Meerforelle mit ca. 50 cm in den Becken der Aufstiegsanlage auf. Dies ist insbesondere deshalb so bemerkenswert, da die Baumaßnahme erst zwei Wochen zuvor fertig gestellt wurde und die Nahrungsgrundlage in den Becken sicher noch nicht optimal ist. Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass die Rampe für schwimmstarke Arten wie Lachs, Meerforelle und Bachforelle, aber auch für schwimmschwache Arten wie die geschützte FFH-Art Mühlkoppe überwindbar ist.
 
Maßnahmenträger war der Landkreis Neuwied, der das Projekt auf Initiative und unter fachlicher Begleitung der Regionalstelle Montabaur der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord umgesetzt hat. Die Gemeinde Isenburg freut sich, dazu beigetragen zu haben, in Deutschland das erste komplett durchgängige Gewässersystem für Wanderfische geschaffen zu haben. Das Land Rheinland-Pfalz hat die Baumaßnahme mit einer Förderung von 90% aus Mitteln der „Aktion Blau“ finanziert. Die restlichen 10% wurden aus Mitteln des Ausgleichsbetrages für den ICE- Ausbau zur Verfügung gestellt. Die reinen Baukosten für die im Bild dargestellte Baumaßnahme beliefen sich auf rd. 72.000,- € (netto).
 
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Foto 1: Der „Wasserfall“ von Isenburg, vor der Umgestaltung (Foto: Gerhard Schlösser)

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: Der umgestaltete „Wasserfall“ hat den Charakter eines Gebirgsbaches, ist aber für Wanderfische wieder passierbar (Foto: Thomas Paulus)

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Foto 3
: Fischereibiologen überprüfen mittels Elektrobefischung, ob die umgestaltete Sohlengleite bereits von Fischen besiedelt wurde. Sie konnten junge, aus Naturvermehrung stammende Junglachse und schwimmschwache Arten wie die Mühlkoppe nachweisen (Foto: Thomas Meuer)

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Foto 4
: Ein ca. 50 cm langes Männchen einer Meerforelle (eine Forelle, die wie der Lachs aus dem Meer zum Laichen in ihr Heimatgewässer zurückkehrt) hatte bereits den Weg durch die Sohlengleite gefunden und wurde im oberen Abschnitt der Sohlengleite durch Elektrobefischung gefangen (Foto: Thomas Paulus)

Thomas Paulus, GFG mbH Mainz
Gerhard Schlösser, Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz Montabaur


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Das Saarland bietet unterhaltungspflichtigen Kommunen kostenlose Schulungen zur naturnahen Gewässerunterhaltung und -entwicklung im Rahmen der regionalen Gewässer-Nachbarschaften an

Das Saarland tritt der Vereinbarung zwischen den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz und der GFG mbH in Mainz bei

Das Saarland wird die unterhaltungspflichtigen Kommunen bei ihren Aufgaben der Gewässerunterhaltung und -entwicklung verstärkt unterstützen. Eine moderene Gewässerunterhaltung trägt maßgeblich zur Erreichung der Ziele gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie bei. Das Saarland tritt der Vereinbarung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz mit der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH, einer Tochter der DWA e.V. mit sofortiger Wirkung bei.

Die GFG wird in 4-5 auf die Einzugsgebiete der größeren Gewässer zugeschnittenen regionalen Gewässer-Nachbarschaften im Saarland die Fort- und Weiterbildung der unterhaltungspflichtigen Gebietskörperschaften vorbereiten, organisieren und durchführen. Ziel der regionalen Gewässer-Nachbarschaften ist die fachliche Unterstützung sowie der Erfahrungsaustausch aller an einem Gewässersystem arbeitenden und lebenden Interessensgruppen wie unterhaltungspflichtige Kommunen, Vertreter der anerkannten Natur- und Umweltschutzverbände, der Fachbehörden, der Fischerei, der Land- und Forstwirtschaft, der Bachpaten und Landschaftsschutzgebietsbetreuer. Hierbei wird die GFG fachlich mit dem Ministerium für Umwelt des Saarlandes und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) zusammenarbeiten und die regelmäßigen Veranstaltungen koordinieren. Für jede der Gewässer-Nachbarschaften, die freiwillige Zusammenschlüsse der Gemeinden nin ihren Einzugsgebieten sind, werden von der GFG geschulte und fachlich ausgewiesene ehrenamtlich Betreuerinnen und Betreuer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der Gesellschafterversammlung der GFG in Mainz am 9. Juni 2009 unterzeichnen die Vertreter der Umweltministerien des Saarlandes, Hessens und Rheinland-Pfalz die Vereinbarung mit der GFG.

 

Hintergrund:

Die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH Mainz organisiert seit mehr als 13 Jahren im Auftrag der Umweltministerien der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz regionale Fortbildungsveranstaltungen (sog. Gewässer-Nachbarschaften) für die unterhaltungspflichtigen Gebietskörperschaften in der ökologisch orientierten Gewässerunterhaltung und leistet damit einen Beitrag zur einer modernen und nachhaltigen Gewässerentwickung.

Hauptaufgabe der GFG ist es Fortbildungsveranstaltungen (Gewässer-Nachbarschaften mit regionalem Erfahrungsaustausch = GN) durchzuführen. Diese regionalen nach Flusseinzugsgebieten organisierten GN werden seit mehr als 13 Jahren mit großem Erfolg flächendeckend in beiden Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz von der GFG durchgeführt. Dabei wurden von 1996 bis 2008 auf durchschnittlich 30 GN-Veranstaltungen pro Jahr mehr als 12.000 Personen geschult.

Die Fortbildungsveranstaltungen werden in enger Zusammenarbeit mit den regional zuständigen Betreuerinnen und Betreuern und den Regierungspräsidien, Abteilung Umwelt (Hessen) und den Struktur- und Genehmigungsdirektionen, Regionalstellen Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz (Rheinland-Pfalz) organisiert. Freiwillige Mitglieder jeder GN sind die unterhaltungspflichtigen Kommunen, Unterhaltunghsverbände und die zuständigen Fachbehörden (Wasser-, Naturschutz-, Landespflege- und Forstbehörden, etc.) im Einzugsgebiet eines Gewässers oder Gewässerabschnittes, aber auch die breite Öffentlichkeit, wie z. B. Bachpaten, Angel- und Naturschutzvereine oder am Gewässer Interessierte.

In den regionlen Veranstaltungen werden die Mitarbeiter der unterhaltungs-pflichtigen Kommunen mit den neuesten Methoden einer modernen Gewässerunterhaltung vertraut gemacht. In Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich tätigen Betreuerinnen und Betreuern werden Unterlagen zu wasserwirtschaftlichen Fachthemen in allgemein verständlicher Form erstellt. Zu den unterschiedlichen Themen liegen u. a. die erarbeiteten Broschüren, Faltblätter, Poster, Kartier- und Meldebögen sowie Übungsvorlagen und Mustervorträge bereit.

Die GFG stellt ihre Leistungen auch auf einer Internetplattform allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Die Homepage kann unter http://www.gfg-fortbildung.de eingesehen werden.

 

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Einteilung der Gewässer-Nachbarschaften im Saarland

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Neue Chancen für unsere Gewässer – EG-Wasserrahmenrichtlinie in Rheinland-Pfalz Öffentlichkeitsveranstaltung im Frühjahr 2009

Das Erreichen eines guten Zustandes für unsere Gewässer – Oberflächengewässer und Grundwasser – ist das Ziel der am 22.12.2000 in Kraft getretenen Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Sie schafft einen Ordnungsrahmen zum Schutz der für Mensch und Natur lebenswichtigen Ressource Wasser.
 
Die Richtlinie berücksichtigt noch stärker als bisher die ökologische Funktion der Gewässer als Lebensraum für unterschiedliche Pflanzen und Tiere. Die Gewässer und deren Auenbereiche und Einzugsgebiete werden als Einheit betrachtet.Die Wasserrahmenrichtlinie sieht vor, die Gewässer samt ihrer Einzugsgebiete zukünftig unter Einbeziehung von ökologischen, ökonomischen sowie sozialen Zielsetzungen zu bewirtschaften. Hierzu sind bis Ende 2009 koordinierte Bewirtschaftungspläne einschließlich Maßnahmenprogrammen aufzustellen.
 
In Rheinland-Pfalz haben die Struktur- und Genehmigungsdirektionen die Maßnahmenprogramme gemeinsam mit den Maßnahmenträgern und unter Einbeziehung sonstiger Beteiligter, wie z.B. der Naturschutzverbände und der Landwirtschaft, entwickelt. Derzeit findet die Anhörung der Öffentlichkeit zum Entwurf des Bewirtschaftungsplanes Rhein statt (Infos dazu: SGD Süd, SGD Nord oder auf der website des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz).
 
Begleitend zu dieser Anhörung führen die Struktur- und Genehmigungsdirektionen im zweiten Quartal 2009 Informationsveranstaltungen durch. Dabei werden sie organisatorisch von der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH in Mainz unterstützt. Bei diesen Veranstaltungen werden die Maßnahmenprogramme für Gewässereinzugsgebiete vorgestellt und diskutiert. Hierbei geht es nicht um die detaillierte Vorstellung von Einzelmaßnahmen, sondern um die Darstellung der Programme als konzeptionelle Rahmenplanungen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
 
Die Veranstaltungen finden an folgenden Terminen jeweils von 17:00 - ca. 20:15 Uhr statt.
 
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Die GFG unterstützt Hessen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zur EU-WRRL

Ziel der Veranstaltungen war es, die Fachöffentlichkeit am Prozess der WRRL und im Besonderen an der Aufstellung von allgemein akzeptierten Maßnahmenprogrammen für die jeweiligen Einzugsgebiete der Oberflächengewässer (punktförmige Belastungen und Struktur) zu beteiligen. Die Situation der Grundwasserkörper wurde in einer gesonderten Veranstaltungsreihe in der Fachöffentlichkeit und der Landwirtschaft diskutiert.
 
In kurzen anschaulichen Vorträgen erläuterten Fachleute der hessischen Wasserwirtschafts-verwaltung, was die EU-WRRL von der Administration, den unterhaltungspflichtigen Gebietskörperschaften und den Vertretern der Verbände erwartet. Es wurde dargestellt, welche stofflichen Belastungen in den Gewässern vorliegen, wie diese behandelt werden können und mit welchen strukturverbessernden Maßnahmen eine naturnahe Gewässerentwicklung unterstützt werden kann. Die Möglichkeiten zur Information, Diskussion und zum Erfahrungsaustausch wurden intensiv genutzt.
 
In den Workshops wurden von den insgesamt mehr als 1.500 Teilnehmern sehr viele Fragen gestellt, Anregungen gegeben und eigene Vorschläge für Maßnahmen zur Erreichung des guten ökologischen Zustands der Gewässer im stofflichen wie auch im strukturellen Bereich eingebracht. Diese wurden auf den vorbereiteten Musterbögen eingetragen und in den regionalen Maßnahmenkarten plaziert. Die sehr guten Vor-Ort-Kenntnisse der regional engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltungen konnten so einbezogen und deren Vorschläge in die Maßnahmenprogramme eingearbeitet werden.
 
Die umfangreichen Ergebnisse der Beteiligungsplattformen sind auf der Internetseite des Hessischen Umweltministeriums unter www.flussgebiete.hessen.de veröffentlicht.
 
Diese Veranstaltungen haben in Hessen dazu beigetragen, dass die Maßnahmenprogramme eine große Akzeptanz in einer breiten Öffentlichkeit genießen. Die Wasserwirtschaftsverwaltung hat entsprechend der EU-WRRL der aktiven Beteiligung der Öffentlichkeit einen großen Stellwert eingeräumt und damit die Chancen für eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen geschaffen. Dadurch wird es möglich sein, den guten ökologischen Zustand der Fließgewässer durch eine große Zahl von umgesetzten Gewässerentwicklungsmaßnahmen bereits 2015 zu verwirklichen.
 
Die GFG freut sich sehr, dass sie mit der Unterstützung der Beteiligungsplattformen dazu beitragen konnte, den Prozess zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie durch eine flächendeckende, aktive und breite Öffentlichkeitsbeteiligung in Hessen weiterzubringen.(Fotos Th. Paulus)

 

Beteiligungsplattform - Veranstaltung 08_WRRL_Hessen_Stoffe 08_WRRL_Hessen_Dill
BPF Modaugebiet Workshop Stoffe BPF Dill Workshop Struktur
Beteiligungsplattform - Veranstaltung 08_WRRL_Hessen_Neckar 08_WRRL_Hessen_Lahn_Ohm_Wohra
Vorschläge/Bemerkungen BPF Neckar BPF Lahn/Ohm/Wohra
08_wrrl_hessen_milahn 08_WRRL_Hessen_Nat_Ing_Bachpaten 08_WRRL_Hessen_Rheingau_Wiesbaden
BPF Mittlere Lahn BPF Rodau/Bieber BPF Rheingau und
Landeshauptstadt Wiesbaden


Ein Beispiel aus Rheinhessen

Pflege und Unterhaltung von Fließgewässern kann in der Praxis oft eng mit einer Neugestaltung verbunden sein, erfordert aber in der Regel Fläche. Der Mölsheimer Quellbach, ein Nebenbach der Pfrimm und Gewässer 3. Ordnung, verlief seit einem halben Jahrhundert entlang der Kreisstraße in einem Beton-Trapezprofil. Das Kanalbett wies zunehmend Beschädigungen auf. Eine Behebung durch kostenintensivere Unterhaltungsmaß-nahmen kam nicht mehr in Frage, so dass als nachhaltige Lösung letztendlich die Rückverlegung ins Taltiefste gewählt wurde.
 
Diese Trasse sollte neben schadloser Ausuferung auch Erlebnis- und Erholungsraum in Dorfnähe bieten. Darüber hinaus waren Bewirtschaftungseinschränkungen für die angrenzenden Weinbauflächen zu vermeiden und im Nebenschluß ein Teich als naturnaher Ruheplatz mit Retentionsfunktion einzurichten. Eine Reihe zusätzlicher Restriktionen, wie zahlreiche Kreuzungen durch Feldwege, eine schwer lokalisierbare Wasserleitung, Querung eines Regenwasserkanals und ein zu kreuzender Kanalhauptsammler bei unterschiedlichen Gefällstrecken zwischen 11% und 1% machten eine Planung im Sinne einer dynamischen Entwicklung des Gewässers außerordentlich schwer.
 
Neben einer ambitionierten Planung wurde das Vorhaben von einem Verbandsbürgermeister begleitet, dessen Einsatz maßgeblich zur Akzeptanz in der Öffentlichkeit beitrug.
 
Die notwendige Flächenbereitstellung wurde ermöglicht, indem die Neuordnung mit einem fast abgeschlossenen Flurneuordnungsverfahren auf der anderen Talseite der Pfrimm verbunden wurde. Trotz der Komplexität dieses Flächenmanagements, konnte das Verfahren in nur 2 Jahren abgeschlossen werden. Dadurch war die Bereitstellung eines ausreichenden Gewässerrandstreifens gesichert. Finanziell war dies durch die unbürokratische Beantragung und Bearbeitung von Landeszuschüssen möglich.
 
Das Beispiel zeigt, wie eine ungewöhnlich komplizierte Ausgangssituation durch die flexible, aufgeschlossene und engagierte Zusammenarbeit von Genehmigungsbehörde (SGD Süd), Flurneuordnungsbehörde (DLR), Gemeindeverwaltung und Ingenieurbüro zu einem für alle Seiten befriedigenden Ergebnis gebracht werden kann..
 
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Dem Mölsheimer Bach steht nach 50 Jahren als Kanal
nunmehr ein ausreichender Entwicklungskorridor im
Taltiefsten zur Verfügung.
 
 
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Auch Reparaturen konnten nicht verhindern, dass der
Bach sein eigenes Bett sucht.
 
 
 
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Durch die Sohleintiefung der Pfrimm war Durchgängigkeit
nicht mehr gewährleistet.
 
 
 
 
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Bei Abflüssen zwischen 10 l/s und 2250 l/s (10 jähriges
Ereignis) kommen in gefällereicheren Strecken
Strömungslenker zum Einsatz.
 
 
 
 
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Im Nebenschluß das
neue Regenrückhalte-
becken mit vorgelagertem
Materialfang kurz vor der
neu geschaffenen Mündung
des Mölsheimer Bachs in die
Pfrimm.